Da die meisten von uns noch wenig bis gar keine Erfahrung im ungarischen Gelände hatten, beschlossen wir im Winter, die Reise an den schönen Balatonsee etwas früher anzutreten, um noch ein kurzes Vorbereitungstrainingslager absolvieren zu können.
So trafen wir uns nach unterschiedlichen Anreisen (mit dem Nachtzug von Zürich, mit Flügen aus Spanien und Schweden oder mit dem Büssli mit allem Material von Bern aus) am Samstagnachmittag in einer Unterkunft, die nur fünf Minuten mit dem Bike vom Trainingsgelände entfernt lag.
In den folgenden Tagen absolvierten wir ein Langdistanz- und ein Mitteldistanztraining auf den Bahnen der ungarischen Meisterschaften von 2024 sowie abschliessend ein Massenstart-Intervalltraining, das Chrige für uns organisiert hatte. Am Ruhetag am Mittwoch blieb dann genug Zeit, die gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse auszutauschen und einen Plan für die Rennen festzulegen.
Der Weltcup startete am Donnerstagnachmittag mit dem Model Event und dem ersten Aufeinandertreffen mit den anderen Nationen. Dabei kam natürlich auch der Austausch über Neuigkeiten seit letztem September nicht zu kurz. Danach galt es jedoch, den Fokus auf die anstehenden Rennen zu legen.

Am Freitagnachmittag starteten wir endgültig in die internationale Saison 2026 mit dem Sprint. Das Gelände bot nicht sehr viel, sodass es zu einem erwartungsgemäss schnellen und eher einfachen Sprint kam – mit einzelnen anspruchsvollen Abschnitten auf den Wiesen sowie in halboffenen Waldteilen. Trotzdem war es alles andere als einfach, schnell zu sein. Bei diesem hohen Tempo werden selbst kleinste Unsicherheiten oder Fehler sofort bestraft. Der Sprint verlief leider nicht bei allen wunschgemäss, dennoch konnten wir bereits zwei Diplome gewinnen (Flurin 5. in der U23 und Celine 4. bei den Frauen).
Am Samstagmorgen stand die Mitteldistanz auf dem Programm. Diese fand wiederum fast ausschliesslich im Wald statt und bot einige spannende Routen. Viele Kreuzungen waren schlecht oder erst spät erkennbar, was bei zahlreichen Athletinnen und Athleten zu kleineren Fehlern führte. Ich kann zumindest für mich sagen, dass mir dies ein richtig schlechtes Gefühl gegeben hat und ich den berühmten Flow nie gefunden habe. Resultatmässig konnten sich jedoch viele aus dem Team deutlich steigern, und Noah durfte sich als Vierter über ein Diplom freuen.
Zum Abschluss der ersten Weltcuprunde fand noch eine Langdistanz im teilweise gleichen Gelände wie die Mitteldistanz statt. Diesmal waren die Routen jedoch deutlich länger und mit mehr Höhenmetern versehen. Neben den kniffligen Routenwahlentscheidungen galt es, sich gut zu verpflegen und auf den teilweise rauen Wegen weiter zu pushen – auch wenn es sich selten leicht oder schnell angefühlt hat. Mit zwei Podestplätzen (Noah 2. und Celine 3.) hatten wir zum Abschluss nochmals allen Grund zum Jubeln. Insgesamt haben alle Schweizer Athletinnen und Athleten über weite Strecken gute bis sehr gute Leistungen gezeigt.


Als Team konnten wir unser Potenzial und unsere Ambitionen für die Saison 2026 bereits andeuten beziehungsweise unter Beweis stellen und freuen uns auf alles, was noch kommt. Nun machen wir uns jedoch auf den Nachhauseweg, um uns zu erholen, denn bereits in rund drei Wochen steht die EM in Almeida (Portugal) vor der Tür. Und eines dürft ihr uns glauben: Der Weltcup in Ungarn hat unseren Hunger auf gute Rennen und starke Resultate geweckt. Wir werden alles geben, um auch in Portugal unsere Leistungen abzurufen und um die vordersten Plätze zu kämpfen.
